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Ein Job, viele Gesichter - Rotationsmodell für Medizinische Fachangestellte
Am Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital wurde deshalb ein neues Rotationsmodell entwickelt, das MFAs den vielseitigen Einsatz in unterschiedlichen Klinikbereichen ermöglicht: von der Notaufnahme über operative Bereiche bis hin zum Einsatz in spezialisierten Fachabteilungen wie der Endoskopie. Ziel ist es, die Mitarbeitenden flexibel einzusetzen, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln – und zugleich die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. „Wir haben uns angesehen, welche Aufgaben MFAs in den unterschiedlichen Bereichen übernehmen können“, erklärt Markus Seipel, Bereichsleiter und Initiator des neuen Modells. „Dann haben wir entschieden, dass es sinnvoll ist, die Kolleginnen und Kollegen gezielt in mehreren Stationen einzuarbeiten. So sind wir flexibel aufgestellt – und alle kennen die Abläufe in den relevanten Bereichen.“ Seit Anfang des Jahres ist das Modell in der Praxis. Ein weiterer Vorteil: Die Einarbeitung erfolgt strukturiert und individuell. „Alle MFAs werden je nach Vorkenntnissen und Interessen systematisch eingearbeitet“, so Seipel. „Wer beispielsweise gern in der Notaufnahme arbeitet, kann dort seinen Schwerpunkt setzen – muss aber bereit sein, auch in anderen Bereichen einzuspringen, wenn es die Situation erfordert.“
Strukturierte Einarbeitung für mehr Flexibilität
Julija Lovric gehört zu den MFAs, die bereits im Rotationsmodell arbeiten. Für sie war vor allem der Blick über den Tellerrand reizvoll: „Es war spannend, die Abläufe in mehreren Bereichen kennenzulernen. Man bekommt nicht nur Einblicke in die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten, sondern auch in viele organisatorische Prozesse“, erzählt sie. Auch Ariam Yemane, Teamleiterin in der Zentralen Notaufnahme, unterstreicht die Vorteile des Modells: „Wir fördern gezielt die Stärken unserer Kolleginnen und Kollegen. Wer Interesse oder Talent für bestimmte Aufgaben zeigt, wird entsprechend weitergebildet. Ich selbst habe mit kleinen Aufgaben wie der Abrechnung angefangen – und konnte mich Stück für Stück weiterentwickeln. Genau dieses Prinzip setzen wir heute strukturiert im Team um.“
Vielfalt der Aufgaben als zentraler Vorteil
Ein besonderer Reiz des Krankenhausumfelds liegt in der großen Vielfalt an Aufgaben. Im Rahmen des Rotationsmodells erhalten MFAs Einblicke in unterschiedliche Fachbereiche, arbeiten interdisziplinär mit Ärzt:innen, Pflegekräften und Verwaltungsteams zusammen und übernehmen dabei sehr unterschiedliche Tätigkeiten. „In der Endoskopie übernehmen wir administrative Aufgaben und in der Zentralen Notaufnahme unterstützen wir bei der Patientenaufnahme“, erklärt Seipel. „Zukünftig werden wir auch in der Ersteinschätzungsstelle tätig sein. Dort priorisieren wir Patientinnen und Patienten nach Dringlichkeit – ein völlig neues Aufgabenfeld, in dem wir bereits bei der Aufnahme die Schwere der Erkrankung einschätzen.“ Auch Julija Lovric schätzt die Abwechslung: „Ich finde es großartig, dass man nicht auf einen Bereich festgelegt ist, sondern immer wieder neue Aufgaben und Abläufe kennenlernt. Das macht die Arbeit spannend – und man lernt unheimlich viel.“ Gleichzeitig trägt das Modell zur besseren Teamorganisation bei: „Wenn jemand krank ist oder Urlaub hat, können alle MFAs einspringen. Wir haben ein eingespieltes Team aus Allroundern, die in allen Bereichen unterstützen können.“
Derzeit besteht der Rotationspool aus zwölf Medizinischen Fachangestellten. Neue Kolleg:innen werden Schritt für Schritt eingearbeitet und lernen die jeweiligen Stationen und Abläufe genau kennen. „Uns ist wichtig, dass alle MFAs ihre Stärken einbringen können – und gleichzeitig neue Bereiche entdecken“, betont Yemane. „Das Rotationsmodell bietet eine gute Mischung aus Sicherheit und Herausforderung. Genau das macht die Arbeit bei uns so interessant.“
Rotationsmodell für Auszubildende
Auch Auszubildende profitieren vom neuen Konzept. Bereits seit September letzten Jahres wird das Rotationsmodell in der Ausbildung angewendet – mit noch mehr Stationen als bei den bereits ausgebildeten MFAs. So sammeln die Auszubildenden Erfahrungen in der Chirurgie, Augenheilkunde, Notaufnahme, Anästhesie, Endoskopie, Geburtshilfe und Kinderchirurgie – demnächst auch in der Neonatologie, Diabetologie und im Clementine Kinderhospital.
Ziel ist es, jungen Fachkräften möglichst früh einen umfassenden Einblick in die Strukturen und Arbeitsweisen im Krankenhaus zu geben. Erste Erfahrungen zeigen: Das Modell fördert sowohl die Qualität der Arbeit als auch die Motivation der Mitarbeitenden. „Wir investieren viel Zeit und Engagement in die Einarbeitung“, sagt Markus Seipel. „Doch der Aufwand lohnt sich: Am Ende haben wir qualifizierte Allrounder im Team – und genau diese Vielseitigkeit stärkt unsere Patientenversorgung nachhaltig.“