Erstmals mehr als 4.000 Geburten im Frankfurter Nordend

Seit Jahren beheimatet das Bürger­hospital Hessens geburten­stärkste Klinik. Heute Morgen kam es mit dem Neugeborenen Eddy zur 4.000 Geburt seit Jahresanfang. Damit steht schon jetzt fest, dass das Bürger­hospital 2020 einen neuen Geburtenrekord verzeichnen wird.

Der Wunsch vieler Schwangeren nach einer Entbindung im Bürger­hospital wurde durch die Pandemie nicht geschmälert – eher im Gegenteil. „Während der Pandemie haben sich mehr Frauen als sonst bei uns zur Geburt angemeldet.“, schildert Prof. Dr. med. Franz Bahlmann, Chefarzt der Frauenklinik. Ein Grund sei sicher, dass Frauen vom Partner oder einer Bezugsperson während der Geburt im Kreißsaal begleitet werden können. „Unter Einhaltung unserer Sicherheitsmaßnahmen ist das richtig und wichtig. Vertraute Personen können den Geburtsverlauf erleichtern – und auch unser Personal ein stückweit entlasten“, erklärt Prof. Bahlmann.

Während im Frühjahr viele planbare Eingriffe in Krankenhäusern verschoben wurden, ging es im Kreißsaal ohne Unterbrechung weiter. „Der emotionale Druck für das Team war zu der Zeit sehr hoch. Einige unserer Hebammen und Pflegerinnen kommen aus anderen Ländern, unter anderem Italien und Brasilien. Die Bilder aus der Heimat auf der einen Seite, die Arbeit, bei der man nicht auf Abstand gehen kann, auf der anderen: Das war gerade in den ersten Wochen eine immense Belastung“, schildert Pflegedirektorin Martina Schlögl. Das Team der Geburtshilfe hat im Laufe des Jahres auch einige COVID-infizierte Schwangere bei der Geburt begleitet. Die Sicherheitsvorkehrungen im Kreißsaal verringern das Infektionsrisiko, beanspruchen aber auch viel Zeit. „Vor diesem Hintergrund ist der neue Geburtenrekord umso bemerkenswerter. Der Zusammenhalt unter den Hebammen, der Pflege sowie den Ärztinnen und Ärzten war das ganze Jahr über sehr groß, die Kollegen haben sich wo es nur geht unterstützt. Wir können uns glücklich schätzen, so ein funktionierendes Team bei uns zu haben“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Heyl.

Unter den 4.000 Geburten waren auch rund 250 Mehrlingsgeburten. „Als Perinatal­zentrum der höchsten Versorgungsstufe sind wir auf Risikoschwangere spezialisiert, die wir in unserem Zentrum für Pränatalmedizin und Ultraschalldiagnostik schon viele Wochen vor Geburtstermin engmaschig untersuchen“, erläutert Prof. Bahlmann. Sein Team, bestehend aus Frauenärzten mit der höchsten Ultraschall-Ausbildungsstufe (DEGUM II und DEGUM III), kann mütterliche Erkrankungen in der Schwangerschaft und Fehlentwicklungen im Mutterleib dank moderner Ausstattung frühzeitig erkennen. Mitunter können Kinder auf diesem Wege schon im Mutterleib behandelt werden, um spätere Komplikationen oder Risiken nach der Geburt zu vermeiden.

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