Chefarztwechsel bei den Kleinsten - Professor Steffen Kunzmann folgt Professor Werner Rettwitz-Volk als Chefarzt der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin des Bürger­hospitals

15 Jahre nach ihrer Eröffnung steht in der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin des Bürger­hospitals Frankfurt nun der erste Chefarztwechsel bevor. Professor Dr. med. Werner Rettwitz-Volk, der 2001 die Klinik eröffnete, geht in den Ruhestand. Ihm folgt Professor Dr. med. Steffen Kunzmann, der von der Uniklinik Würzburg nach Frankfurt wechselt. Am 23. November 2016 fand im Kreis geladener Gäste die offizielle Verabschiedung bzw. Einführung der beiden Chefärzte statt. Bis Ende dieses Jahres arbeiten sie Seite an Seite, um einen fließenden Übergang zu ermöglichen.

Das Bürger­hospital Frankfurt ist bereits seit vielen Jahren Hessens geburten­stärkste Klinik sowie ein Perinatal­zentrum Level 1, in dem Risikoschwangerschaften und Frühgeborene sowie kranke Neugeborene optimal versorgt werden. „Professor Rettwitz-Volk und seine Klinik haben entscheidend dazu beigetragen, dass unser Krankenhaus heute über die Stadtgrenzen hinaus als Geburtenklinik renommiert ist. Wir sind ihm für sein Engagement sehr dankbar“, so Wolfgang Heyl, einer der beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH.

Die Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin versorgt im Durchschnitt 350 Babys pro Jahr, die zu früh oder krank auf die Welt kommen. 2015 waren etwas mehr als 80 dieser Kinder extrem untergewichtig. Sie wogen weniger als 1500 Gramm.

Insgesamt entbinden jährlich über 3.000 Mütter im Bürger­hospital. Da das Krankenhaus auf Mehrlingsschwangerschaften spezialisiert ist, kommen dabei jedoch wesentlich mehr Kinder zur Welt. 2015 verzeichnete die Geburtenklinik fast 200 Geburten, bei denen Zwillinge, Drillinge oder gar Vierlinge zur Welt kamen.

2001 war Rettwitz-Volk, der 1981 seine Approbation erhielt, von Klinikum Friedrichshafen an das Bürger­hospital gekommen. Sein Auftrag: Der Auf- und Ausbau einer Klinik, in der die kleinsten Patienten des Bürger­hospitals intensivmedizinisch versorgt werden können. Bis dato waren diese Kinder nach der Geburt an andere Krankenhäuser verlegt worden. Ein besonderes Glück für das Bürger­hospital war es, dass die Carls Stiftung von Beginn an die Etablierung und später die konsequente Weiter­entwicklung der Neonatologie finanziell unterstützte. 

„Ich habe in den 35 Jahren meiner Tätigkeit als Arzt hautnah erlebt, mit welchen Riesensprüngen sich mein Fachbereich entwickelt hat. Eine Fülle an Innovationen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung aber auch in der Medizintechnik ermöglicht es, dass wir mittlerweile sogar Kindern auf ihrem Weg in ein gesundes Leben helfen, die weit weniger als 1000 Gramm wiegen. Ich blicke daher mit viel Freude auf meine Arbeit und viele schöne Erlebnisse zurück. Wenngleich es natürlich noch immer traurige Momente gibt, in denen es ein Kind doch nicht schafft, und die Eltern, aber auch wir Abschied von ihm nehmen müssen“, fasst Professor Rettwitz-Volk seine Arbeit als Neonatologe zusammen und ergänzt, „Selbst eine Klinik aufbauen zu dürfen, war für mich eine aufregende und spannende Zeit, auf die ich mit großer Zufriedenheit zurückschaue.“  

Mit Hinblick auf seinen Nachfolger ist der scheidende Chefarzt zuversichtlich, dass er die Entwicklung der Klinik weiter vorantreiben wird. „Die Neonatologie wird auch in Zukunft einem fortwährenden Wandel unterliegen und das ist gut so. Nur so können wir uns kontinuierlich verbessern. Unsere Klinik wird von den Neuerungen und Erweiterungen profitieren, die Professor Kunzmann mitbringt.“ Professor Steffen Kunzmann ist ein erfahrener Neonatologe. Der gebürtige Bamberger studierte in Basel und Würzburg. Am Untermain absolvierte er auch seine Facharztausbildung zum Arzt für Kinderheilkunde. Später spezialisierte sich der 44-Jährige auf Neonatologie, Pneumologie und pädiatrische Intensivmedizin. Bevor er an das Bürger­hospital wechselte, war Kunzmann Oberarzt an der Kinderklinik der Universität Würzburg. Dort lehrt er aktuell auch.  

„Die Entwicklung eines Menschen von der Geburt bis ins Erwachsenenalter ist mit das Spannendste, was es in der Natur gibt. Ich wollte daher unbedingt mit Kindern arbeiten. Über meinen Ausbildungsschwerpunkt „Lunge“ kam ich dann zur Neonatologie. Auch mich haben die atemberaubenden Fortschritte der letzten Jahrzehnte beeindruckt und überzeugt, dass dies genau mein Fachbereich ist“, erläutert der neue Chefarzt seine Berufswahl. Gemeinsam mit dem erfahrenen Team der Klinik für Neonatologie plant Professor Kunzmann, am Bürger­hospital den Ist-Zustand und darauf aufbauend die Weiter­entwicklung fortzuführen. Besonders reizvoll sind dabei für ihn die Perspektiven, die der aktuell am Bürger­hospital entstehende Neubau bietet. In diesen wird auch die Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin einziehen. „Der Neubau bietet mir nun die Möglichkeit, die Räumlichkeiten meiner Klinik nach den Bedürfnissen der Kinder, ihrer Eltern und unserer Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der Wissenschaft mitzugestalten. Dies ist eine tolle Chance. Mir geht es heute vielleicht ein bisschen so, wie einst Professor Rettwitz-Volk, als er die Neonatologie am Bürger­hospital aus der Taufe hob.“  

„Wir freuen uns, mit Professor Kunzmann einen qualifizierten, erfahrenen und passionierten Chefarzt für uns gewonnen zu haben. Wir sind sicher, dass er die großen Fußstapfen von Professor Rettwitz-Volk ausfüllen wird“, so Marcus Amberger, der zweite der beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH.

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