Die Zeit-Menschen

Der Krankenhausalltag ist oftmals von Hektik geprägt. Entscheidungen müssen schnell getroffen, Notfälle versorgt werden, für einen intensiven Patientenkontakt fehlt manchmal die Zeit. Doch gibt es auch wahre Ruheinseln. Mitarbeiter, in deren Stellenbeschreibung „Zeit-Haben“ ganz oben steht. Vier davon sind die Seelsorger Susanne Schmidt, Heidrun Dörnhofer und Beat Eisenhut sowie Andreas Thomas, Psychologe der Klinik für Neonatologie. Sie stehen den Patienten des Bürger­hospitals Frankfurt und des Clementine Kinder­hospitals in schweren Situationen zur Seite, leihen ein offenes Ohr oder reichen eine helfende Hand. Gemeinsam mit den Patienten erleben sie schwere, aber auch sehr schöne Momente.

Für die Seele sorgen

In den meisten Krankenhäusern in Deutschland gibt es eine Seelsorge. In der Regel wird diese von der evangelischen und katholischen Kirche organisiert und finanziert. Das Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital bilden hier nach Einschätzung von Susanne Schmidt, die seit November 2009 am Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital ist, eine Ausnahme. „Unsere beiden Häuser gehören zu den wenigen in Deutschland, die ihre Seelsorge aus eigenen Mitteln finanzieren. Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit auch von der Geschäftsführung sehr geschätzt wird.“

Messbar ist die Arbeit von Susanne Schmidt, Beat Eisenhut und Heidrun Dörnhofer nicht – zumindest nicht in Zahlen. Sie bereiten Andachten und Gottesdienste vor und führen sie durch, besuchen Patienten, hören ihnen und ihren Angehörigen zu. Oftmals sind es traurige Momente, in denen sie zur Unterstützung gerufen werden. Zum Beispiel dann, wenn ein Patient von einer schweren Krankheit erfährt, der Verlust eines lieben Menschen betrauert wird, eine Schwangerschaft nicht glücklich endet, private Probleme Sorgen bereiten oder Kinder viele Wochen im Clementine Kinder­hospital verbringen müssen. Doch es gibt auch die schönen und leichten Augenblicke, wenn sich Verläufe positiv gestalten, Patienten gesund entlassen werden oder die lange Zeit des bangen Wartens endlich vorbei ist.

Die Vorbereitung der Andacht ist nur ein Teil der vielfältigen Arbeit von Beat Eisenhut und seinen Kolleginnen.

Das Angebot der Seelsorge gilt Patienten, Angehörigen und allen Mitarbeitern des Krankenhauses gleichermaßen. Dabei wird auf die Fragen und Bedürfnisse der Ratsuchenden eingegangen, unabhängig ihrer Konfession, Religion oder Kultur. „Allerdings wird der Begriff der Seelsorge von vielen zunächst sehr einseitig auf Gespräche mit religiös-christlichem Inhalt reduziert“, erläutert Beat Eisenhut, der seit 2012 im Seelsorge-Team arbeitet. „Die Gespräche können zwar, müssen aber nicht direkt mit religiösen Fragestellungen zu tun haben. Wir sind dazu da, ohne Zeitdruck Gespräche zu führen, mit jedem, der das möchte.“ Vielleicht ist der religiöse Ursprung auch eine Ursache dafür, dass mancher Patient den Seelsorgern zunächst etwas skeptisch gegenübersteht. „Die Patienten sind meistens sehr dankbar, wenn wir zu ihnen kommen. Doch merken wir auch, dass zunächst Berührungsängste bestehen können. Jedoch verschwinden diese meist schnell. Ich staune oft über das Vertrauen und die Offenheit, die mir entgegengebracht werden, und die tiefgründigen Gespräche mit mir zunächst noch fremden Menschen“, so Heidrun Dörnhofer, die seit Mitte März 2014 Seelsorgerin am Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital ist.

Auch für Beat Eisenhut zählen die offene Begegnungen und tiefen Gespräche zu den wertvollsten Augenblicken seiner Tätigkeit: „Wenn man erlebt: Die gemeinsame Zeit war für den Patienten gut und wertvoll! Das bewegt mich sehr.“ Die Seelsorger unterliegen der Schweigepflicht und es ist ihnen wichtig, durch Rufbereitschaft auch nachts oder am Wochenende erreichbar zu sein. Gerufen werden sie meistens vom Stationspersonal. Allerdings können sich auch Patienten und Angehörige jederzeit selbstständig an sie wenden. Dabei gestaltet sich je der Arbeitstag sehr unterschiedlich, und wenn es die Zeit erlaubt, gehen die Seelsorger, auch ohne gerufen zu werden, durch die Zimmer und besuchen die Patienten.

Raum für Gefühle

Ganz da für die Eltern von Früh- und kranken Neugeborenen ist seit März dieses Jahres der Diplom-Psychologe Andreas Thomas. Vor allem Eltern, deren zu früh geborene Kinder auf der Intensivstation behandelt werden müssen, nehmen seine Hilfe in Anspruch. „Eltern von Frühgeborenen sind in einer Ausnahmesituation. Im Vordergrund steht die Sorge um die gesunde Entwicklung des Kindes, möglicherweise sind Geschwisterkinder zu Hause zu betreuen, der Alltag ist auf den Kopf gestellt. Hier biete ich beratende Unterstützung an.“

Im Fokus stehen die individuellen Ressourcen der Eltern und die Wahrnehmung ihrer eigenen Bedürfnisse, denn „sie dürfen auch mal abschalten“. Auf den beiden Stationen der Klinik für Neonatologie nimmt er Kontakt mit den Eltern auf, eine offensichtliche Abwehr habe er dabei noch nicht erlebt. Wichtig ist ihm, den Eltern Raum zu geben für Gefühle wie Freude und Staunen, aber auch Angst, Enttäuschung, Wut und Scham. Nicht selten geben sich Mütter selbst die Schuld an der zu frühen Geburt. Sie leiden darunter, dass sie ihr Kind nicht beschützen und die Schwangerschaft nicht bis zum Ende durchhalten konnten. Auch die Paarbeziehung und das familiäre Gefüge verändern sich durch ein solch einschneidendes Erlebnis. Nicht immer schweißt eine solche Situation die Eltern noch enger zusammen. „Manchen Eltern fällt es schwer, über die erlebten Veränderungen miteinander zu sprechen“, beschreibt Andreas Thomas. Im Mittelpunkt vieler Gespräche stehen Ängste der Eltern und die Trauer darüber, dass die Schwangerschaft und Geburt so ganz anders verlaufen sind, als sie sich das erhofft hatten. „Einige Eltern berichten von Berührungsängsten bei den winzigen Frühchen oder stellen sich die Frage, ob sie ihr Kind überhaupt lieb haben und eine gute Beziehung aufbauen können“, erläutert der Psychologe. Besonders achtet er auf die Eltern-Kind-Interaktion und die dar aus resultierende psychische Entwicklung der Kinder. Mit Gesprächsangeboten versucht er, den Eltern bei Fragen und Problemen weiterzuhelfen. Je nach Wunsch führt er die Einzel- oder Paargespräche in seinem Büro - einem ruhigen Raum etwas abseits der neonatologischen Intensivstation.

Stets im Austausch. Beat Eisenhut, Susanne Schmidt und Heidrun Dörnhofer.

„Neben den Ängsten und Sorgen äußern die Eltern aber auch immer wieder Dankbarkeit, dass ihr Kind am Bürger­hospital professionell betreut wird und sie sich auf den neonatologischen Stationen gut aufgehoben fühlen“, ergänzt Thomas. Er selbst fühlt sich ebenso gut in das Stationsteam und das Bürger­hospital aufgenommen. Besonders die ruhige Atmosphäre, die auf der Neonatologie herrscht, beeindruckt ihn, ebenso wie die Zeit, die er für die Eltern aufbringen kann.

Das „Zeit-Haben“ ist jedoch nicht das Einzige, das Andreas Thomas und die Seelsorger gemeinsam haben. Im Bereich der Neonatologie arbeiten sie auch abgestimmt miteinander und stehen im ständigen Austausch. „Besonders schön war der Besuch einer ehemaligen Patientin, einer Mutter mit ihren Zwillingen. Es ermutigt zu sehen, dass sie und ihre Kleinen es geschafft haben“, beschreibt Susanne Schmidt.

Auch ist die Freude stets groß, wenn ehemalige Patienten und Angehörige eines Tages in das Bürger­hospital zu Besuch kommen und sie dankbar berichten, wie es ihnen ergangen ist. „Das berührt mich stets sehr. Oft staune ich darüber, wie unerwartet positiv sich doch so manches entwickelt hat und wie Menschen auch zum Teil sehr schwere Wegstrecken ihres Lebens tapfer meistern“, freut sich Susanne Schmidt.

Kristin Brunner / Marion Weber

Weiterführende Informationen

Die Seelsorge des Bürger­hospitals und des Clementine Kinder­hospitals ist unter folgenden Rufnummern für Patienten, deren Angehörige und Mitarbeiter zuerreichen:

  • Heidrun Dörnhofer, Tel. (069) 1500-256
  • Susanne Schmidt, Tel. (069) 1500-257 
  • Beat Eisenhut, Tel. (069) 1500-259

Die Eltern von Früh- und kranken Neugeborenen können sich an Andreas Thomas, Diplom-Psychologe Telefon (069) 1500 – 5372 wenden.

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Für die Seele sorgen

In den meisten Krankenhäusern in Deutschland gibt es eine Seelsorge. In der Regel wird diese von der evangelischen und katholischen Kirche organisiert und finanziert. Das Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital bilden hier nach Einschätzung von Susanne Schmidt, die seit November 2009 am Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital ist, eine Ausnahme. „Unsere beiden Häuser gehören zu den wenigen in Deutschland, die ihre Seelsorge aus eigenen Mitteln finanzieren. Wir haben den Eindruck, dass unsere Arbeit auch von der Geschäftsführung sehr geschätzt wird.“

Messbar ist die Arbeit von Susanne Schmidt, Beat Eisenhut und Heidrun Dörnhofer nicht – zumindest nicht in Zahlen. Sie bereiten Andachten und Gottesdienste vor und führen sie durch, besuchen Patienten, hören ihnen und ihren Angehörigen zu. Oftmals sind es traurige Momente, in denen sie zur Unterstützung gerufen werden. Zum Beispiel dann, wenn ein Patient von einer schweren Krankheit erfährt, der Verlust eines lieben Menschen betrauert wird, eine Schwangerschaft nicht glücklich endet, private Probleme Sorgen bereiten oder Kinder viele Wochen im Clementine Kinder­hospital verbringen müssen. Doch es gibt auch die schönen und leichten Augenblicke, wenn sich Verläufe positiv gestalten, Patienten gesund entlassen werden oder die lange Zeit des bangen Wartens endlich vorbei ist.

Die Vorbereitung der Andacht ist nur ein Teil der vielfältigen Arbeit von Beat Eisenhut und seinen Kolleginnen.

Das Angebot der Seelsorge gilt Patienten, Angehörigen und allen Mitarbeitern des Krankenhauses gleichermaßen. Dabei wird auf die Fragen und Bedürfnisse der Ratsuchenden eingegangen, unabhängig ihrer Konfession, Religion oder Kultur. „Allerdings wird der Begriff der Seelsorge von vielen zunächst sehr einseitig auf Gespräche mit religiös-christlichem Inhalt reduziert“, erläutert Beat Eisenhut, der seit 2012 im Seelsorge-Team arbeitet. „Die Gespräche können zwar, müssen aber nicht direkt mit religiösen Fragestellungen zu tun haben. Wir sind dazu da, ohne Zeitdruck Gespräche zu führen, mit jedem, der das möchte.“ Vielleicht ist der religiöse Ursprung auch eine Ursache dafür, dass mancher Patient den Seelsorgern zunächst etwas skeptisch gegenübersteht. „Die Patienten sind meistens sehr dankbar, wenn wir zu ihnen kommen. Doch merken wir auch, dass zunächst Berührungsängste bestehen können. Jedoch verschwinden diese meist schnell. Ich staune oft über das Vertrauen und die Offenheit, die mir entgegengebracht werden, und die tiefgründigen Gespräche mit mir zunächst noch fremden Menschen“, so Heidrun Dörnhofer, die seit Mitte März 2014 Seelsorgerin am Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital ist.

Auch für Beat Eisenhut zählen die offene Begegnungen und tiefen Gespräche zu den wertvollsten Augenblicken seiner Tätigkeit: „Wenn man erlebt: Die gemeinsame Zeit war für den Patienten gut und wertvoll! Das bewegt mich sehr.“ Die Seelsorger unterliegen der Schweigepflicht und es ist ihnen wichtig, durch Rufbereitschaft auch nachts oder am Wochenende erreichbar zu sein. Gerufen werden sie meistens vom Stationspersonal. Allerdings können sich auch Patienten und Angehörige jederzeit selbstständig an sie wenden. Dabei gestaltet sich je der Arbeitstag sehr unterschiedlich, und wenn es die Zeit erlaubt, gehen die Seelsorger, auch ohne gerufen zu werden, durch die Zimmer und besuchen die Patienten.

Raum für Gefühle

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Im Fokus stehen die individuellen Ressourcen der Eltern und die Wahrnehmung ihrer eigenen Bedürfnisse, denn „sie dürfen auch mal abschalten“. Auf den beiden Stationen der Klinik für Neonatologie nimmt er Kontakt mit den Eltern auf, eine offensichtliche Abwehr habe er dabei noch nicht erlebt. Wichtig ist ihm, den Eltern Raum zu geben für Gefühle wie Freude und Staunen, aber auch Angst, Enttäuschung, Wut und Scham. Nicht selten geben sich Mütter selbst die Schuld an der zu frühen Geburt. Sie leiden darunter, dass sie ihr Kind nicht beschützen und die Schwangerschaft nicht bis zum Ende durchhalten konnten. Auch die Paarbeziehung und das familiäre Gefüge verändern sich durch ein solch einschneidendes Erlebnis. Nicht immer schweißt eine solche Situation die Eltern noch enger zusammen. „Manchen Eltern fällt es schwer, über die erlebten Veränderungen miteinander zu sprechen“, beschreibt Andreas Thomas. Im Mittelpunkt vieler Gespräche stehen Ängste der Eltern und die Trauer darüber, dass die Schwangerschaft und Geburt so ganz anders verlaufen sind, als sie sich das erhofft hatten. „Einige Eltern berichten von Berührungsängsten bei den winzigen Frühchen oder stellen sich die Frage, ob sie ihr Kind überhaupt lieb haben und eine gute Beziehung aufbauen können“, erläutert der Psychologe. Besonders achtet er auf die Eltern-Kind-Interaktion und die dar aus resultierende psychische Entwicklung der Kinder. Mit Gesprächsangeboten versucht er, den Eltern bei Fragen und Problemen weiterzuhelfen. Je nach Wunsch führt er die Einzel- oder Paargespräche in seinem Büro - einem ruhigen Raum etwas abseits der neonatologischen Intensivstation.

Stets im Austausch. Beat Eisenhut, Susanne Schmidt und Heidrun Dörnhofer.

„Neben den Ängsten und Sorgen äußern die Eltern aber auch immer wieder Dankbarkeit, dass ihr Kind am Bürger­hospital professionell betreut wird und sie sich auf den neonatologischen Stationen gut aufgehoben fühlen“, ergänzt Thomas. Er selbst fühlt sich ebenso gut in das Stationsteam und das Bürger­hospital aufgenommen. Besonders die ruhige Atmosphäre, die auf der Neonatologie herrscht, beeindruckt ihn, ebenso wie die Zeit, die er für die Eltern aufbringen kann.

Das „Zeit-Haben“ ist jedoch nicht das Einzige, das Andreas Thomas und die Seelsorger gemeinsam haben. Im Bereich der Neonatologie arbeiten sie auch abgestimmt miteinander und stehen im ständigen Austausch. „Besonders schön war der Besuch einer ehemaligen Patientin, einer Mutter mit ihren Zwillingen. Es ermutigt zu sehen, dass sie und ihre Kleinen es geschafft haben“, beschreibt Susanne Schmidt.

Auch ist die Freude stets groß, wenn ehemalige Patienten und Angehörige eines Tages in das Bürger­hospital zu Besuch kommen und sie dankbar berichten, wie es ihnen ergangen ist. „Das berührt mich stets sehr. Oft staune ich darüber, wie unerwartet positiv sich doch so manches entwickelt hat und wie Menschen auch zum Teil sehr schwere Wegstrecken ihres Lebens tapfer meistern“, freut sich Susanne Schmidt.

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  • Heidrun Dörnhofer, Tel. (069) 1500-256
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  • Beat Eisenhut, Tel. (069) 1500-259

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Über die Schulter geschaut

Die Berufswelt am Krankenhaus ist vielfältig. Vor und hinter den Kulissen arbeiten unterschiedlichste Berufsgruppen zusammen, um die Patienten gesund wieder nach Hause entlassen zu können. Auf www.annersder.com stellen wir einige Berufsfelder vor.