Bürger­hospital Frankfurt will Versorgungsauftrag für Alkoholkranke und Medikamenten­abhängige übergeben

Zum 1. April 2019 will das Bürger­hospital Frankfurt seinen Versorgungsauftrag für alkohol- und medikamentenabhängige Patienten an die DGD-Klinik Hohe Mark in Oberursel (Taunus) übergeben. Die Mitarbeiter der entsprechenden Station der Klinik für Ab­hängig­keits­erkrankungen und Konsiliarpsychiatrie des Bürger­hospitals können in anderen Bereichen des Bürger­hospitals weiterbeschäftigt werden oder an der DGD-Klinik Hohe Mark in ihrem Fachbereich weiterarbeiten. Die Mitarbeiter der Station und des Krankenhauses wurden bereits im Dezember des vergangenen Jahres durch die Geschäftsführung informiert.

„Die Entscheidung unsere Station für alkohol- und medikamentenabhängige Patienten zu schließen, haben wir schweren Herzens getroffen. Deren Mitarbeiter haben in den letzten 20 Jahren herausragende und wertvolle Arbeit geleistet. Doch ist sie Resultat der Forderung nach der medizinischen Spezialisierung der Krankenhäuser in Deutschland“, erläutern die beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH, Marcus Amberger und Wolfgang Heyl, und fahren fort: „Auch wir haben uns in den letzten Jahren immer mehr spezialisiert. Neben der Chirurgie, Inneren Medizin und Augenheilkunde, hat sich nicht zuletzt seit der Fusion unserer beiden Häuser eine Spezialisierung in der Geburtshilfe und Pädiatrie entwickelt. So waren wir beispielsweise für das Agaplesion Markus Krankenhaus ein wichtiger Partner, um die Versorgung der Schwangeren nach Schließung des dortigen Kreißsaals zugunsten der Fokussierung auf die Onkologie weiter aufrecht zu erhalten.“

Keine Versorgungslücke

Um dennoch für die Patienten keine Versorgungslücke entstehen zu lassen, hatte das Bürger­hospital Frankfurt nach einem kompetenten und lokal verorteten Partner gesucht, der den Behandlungsauftrag und ggf. auch Mitarbeiter übernehmen kann. In der DGD-Klinik Hohe Mark aus Oberursel hat man diesen gefunden. Die Klinik ist auf die Behandlung von Suchterkrankungen und psychiatrischer Erkrankungen spezialisiert und ist an der regionalen psychiatrischen Pflichtversorgung von Patienten für die Stadt Frankfurt beteiligt.

Für Krankenhausdirektorin Anke Berger-Schmitt ist die Übernahme des Versorgungsauftrages ein weiterer konsequenter und zielführender Schritt: „Aus der langjährigen Zusammenarbeit wissen wir, dass sich die Station für alkohol- und medikamentenabhängige Patienten am Bürger­hospital eine große Expertise in der Behandlung von Suchtpatienten mit internistischen Begleit- und Folgeerkrankungen aufgebaut hat. Dieses Angebot nun zu übernehmen, stellt eine sehr gute Ergänzung zur Suchtstation der DGD-Klinik Hohe Mark dar und bietet eine strategische Weiter­entwicklung zum Kompetenzzentrum für Suchtbehandlungen mit einem erweiterten Angebotsspektrum. Mit der Übernahme dieser Suchtstation folgt die DGD-Klinik Hohe Mark den gesundheitspolitischen Zielsetzungen hin zur Konzentration von Fachabteilungen.“

Auch das zuständige Hessische Ministerium für Soziales und Integration fordert seit Jahren die Spezialisierung von Kliniken und die Konzentration von Versorgungsaufträgen.

Im Laufe der kommenden Wochen werden die niedergelassenen Zu- und Einweiser detailliert über die Übergabe des Versorgungsauftrages informiert werden.

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