Frankfurter Hebammenschule soll wachsen - Ab September voraussichtlich 48 Ausbildungsplätze pro Jahrgang

Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung plant die Hebammenschule in Frankfurt am Main ihre Zahl an Ausbildungsplätzen zu verdoppeln. Ab diesem Herbst könnten dann jährlich 48 statt wie bisher 24 Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung an der Hebammenschule, die von der Carl Remigius Medical School, dem Bürger­hospital und dem Universitätsklinikum Frankfurt gegründet worden war, aufnehmen. Möglich wird dies, da sich sieben weitere Krankenhäuser an der praktischen Ausbildung beteiligen möchten. Ob die Erweiterung tatsächlich stattfinden kann, hängt aktuell von der Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörden ab.

Das Interesse an der Hebammenschule war von Beginn an groß. „Bereits kurz nachdem wir bekanntgegeben hatten, dass wir gemeinsam mit dem Bürger­hospital und dem Universitätsklinikum Frankfurts erste Hebammenschule auf den Weg bringen wollen, sind schon zahlreiche Bewerbungen eingetroffen“, erläutert Nadja Zander, Leiterin der Hebammenschule. „Dieses Interesse hat in der Zwischenzeit noch zugenommen.“

Doch nicht nur Bewerber, sondern auch weitere Krankenhäuser signalisierten schnell, dass sie Teil der Hebammenschule werden möchten. „Als die Nachricht zu Beginn des letzten Jahres rausging, erhielt ich unmittelbar erste Anrufe von Geschäftsführerkollegen, die ihr Interesse signalisierten“, so Wolfgang Heyl, einer der beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH. In diesen Rückmeldungen sieht Heyl auch eine Bestätigung dafür, dass es höchste Zeit war, die Gründung der Hebammenschule voranzutreiben: „Es freut mich, dass es uns gelungen ist, so viele andere Krankenhäuser von unserer Schule zu überzeugen. Das verdeutlicht noch einmal, welch großer Bedarf nach einer Hebammenschule in der Region bestand und besteht.“

Neben den beiden Gründungskrankenhäusern würden zukünftig das St. Elisabethen Krankenhaus Frankfurt, die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist mit dem Standort Hospital zum Heiligen Geist, das Krankenhaus Sachsenhausen, die Kliniken Frankfurt-Main-Taunus mit dem Standort Klinikum Frankfurt Höchst, das Sana Klinikum Offenbach, die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen und das Klinikum Darmstadt die praktische Ausbildung der angehenden Hebammen übernehmen.

Dass die neu geschaffenen Ausbildungsplätze besetzt werden könnten, daran haben Nadja Zander und Wolfgang Heyl keinerlei Zweifel: „Bereits für den ersten Jahrgang sind wesentlich mehr Bewerbungen bei uns eingetroffen, als wir Plätze vergeben konnten. Wir hätten theoretisch schon vergangenes Jahr mit der Ausbildung von 48 Schülerinnen und Schülern starten können. Allerdings sind die praktischen Kapazitäten begrenzt, da sich unsere examinierten Hebammen in den Kreißsälen intensiv um die Schülerinnen und Schüler kümmern. Für die Ausweitung der Schule ist es daher entscheidend, weitere Kooperations-Krankenhäuser zu gewinnen. Die haben wir jetzt.“

Die Kooperationspartner hoffen, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden aufgrund des großen Bedarfs an Hebammen in Hessen dem Antrag zustimmen werden.

Hintergrund

Die Carl Remigius Medical School, die Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH und das Universitätsklinikum Frankfurt hatten Ende 2016 ihre Pläne bekannt gegeben, die erste Hebammenschule der Mainmetropole zu gründen. Zu Beginn des vergangenen Jahres reichten sie den entsprechenden Antrag beim Regierungspräsidium Darmstadt ein, das diesem im Juni desselben Jahres stattgab. Am 1. September 2017 feierte die Schule mit 23 Schülerinnen und einem Schüler sowie zahlreichen Gästen ihre Eröffnung. Kurze Zeit später wurden außerdem Schülerinnen des dritten Jahrgangs der Hebammenschule Aschaffenburg-Alzenau in Frankfurt aufgenommen, die nun hier ihre Ausbildung beenden.

Den praktischen Teil der dreijährigen Ausbildung absolvieren die angehenden Hebammen und Entbindungspfleger in einer der Kliniken. Sie durchlaufen unterschiedliche medizinische Fachabteilungen und werden auch auf eine freiberufliche Tätigkeit vorbereitet. Der theoretische Unterricht findet in der Carl Remigius Medical School in Frankfurt statt. Leiterin der Schule ist Nadja Zander, die zuvor die Hebammenschule des Klinikums Aschaffenburg-Alzenau leitete. Die Schüler erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung. Kosten fallen für sie nicht an.

Es ist grundsätzlich vorgesehen, dass die Hebammen nach der Ausbildung von den Kliniken übernommen werden.

 

Foto: Die Leiterin der Hebammenschulde Nadja Zander erläutert zwei Schülerinnen den Geburtsvorgang.

Pressekontakt

Beiträge aus der gleichen Kategorie

03.08.2018 - News (Allgemeines) | Medizin

Schilddrüsentherapie auf höchstem Niveau - Bürger­hospital Frankfurt als Hessens einziges Referenzzentrum für Schilddrüsen- und Neben­schild­drüsen­chirurgie bestätigt

Die Klinik für Endokrine Chirurgie am Bürger­hospital Frankfurt erfüllt weiterhin die hohen Anforderungen an Referenzzentren für Schilddrüsen- und Neben­schild­drüsen­chirurgie. Dies bestätigt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), die die Klinik von Chefarzt Dr. med. Christian Vorländer nun bereits zum dritten Mal rezertifizierte. Damit gehört das Bürger­hospital Frankfurt weiterhin zu den derzeit zehn Referenzzentren in ganz Deutschland und ist das einzige in Hessen. 2012 war die Klinik zum ersten Mal als Referenzzentrum ausgezeichnet worden. Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig. Die Einhaltung der Vorgaben wird jedoch jährlich durch die DGAV überprüft.

02.08.2018 - News (Allgemeines) | Auszeichungen & Zertifikate

Augen-Expertin des Bürger­hospitals Frankfurt auf Focus-Ärzteliste

Zum ersten Mal ist die Leiterin des Orbitazentrums am Bürger­hospital Frankfurt Prof. Dr. med. Susanne Pitz auf der Ärzteliste des Focus Gesundheit gelistet. Nachzulesen ist dies in der aktuellen August-September-Ausgabe des Gesundheitsmagazins.

04.07.2018 - News (Allgemeines) | Medizin

Chefarztwechsel in der Augenklinik

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Fritz Hengerer ist neuer Chefarzt der Augenklinik am Bürger­hospital Frankfurt. In einer Übergangsphase wird er bis Ende des Jahres die Position gemeinsam mit seinem Vorgänger, Prof. Dr. med. Oliver Schwenn, innehaben. Dieser wird Anfang 2019 nach über 15 Jahren in leitender Funktion in der Augenklinik seine Tätigkeit in der Patientenversorgung beenden und in die Organisationsentwicklung wechseln. Dort wird er sich schwerpunktmäßig um den Bereich ärztliches Qualitäts- und Risiko­management kümmern. Seine Funktion als Ärztlicher Direktor des Krankenhauses behält er auch nach dem Wechsel in die Verwaltung weiterhin bei.