Inter­dis­zi­pli­näres Zentrum Diabetischer Fuß rezertifiziert

Die Deutsche Diabetes Gesell­schaft (DDG) hat das Inter­dis­zi­pli­näre Zentrum Diabetischer Fuß am Bürgerhospital Frankfurt als ambulante und stationäre Fußbe­hand­lungs­ein­rich­tung rezertifiziert. Damit erfüllt die Klinik für Dia­beto­logie und Ernäh­rungs­me­dizin unter der chefärztlichen Leitung von Herrn Christian-Dominik Möller die hohen Qualitätsstandards der DDG bei der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms (DFS).

Aktuell leben in Deutschland circa acht Millionen Menschen mit Diabetes, Tendenz steigend. Chefarzt Christian-Dominik Möller erklärt: „Die Krankheit zieht Nerven und Blutgefäße in Mitleidenschaft. Wer mit Diabetes lebt, muss daher nicht nur seinen Blutzucker im Blick behalten, sondern auch mögliche Folge­er­kran­kungen. Das Diabetische Fußsyndrom zählt zu den folgenschwersten Komplikationen des Diabetes mellitus und kann im schlimmsten Fall zur Amputation der betroffenen Gliedmaßen führen.“

Laut der DDG werden in Deutschland pro Jahr rund 50.000 Füße als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert. Die jährliche Neuerkrankungsrate bei Menschen mit diabe­tes­be­dingten Fußläsionen liegt zwischen 2,2 und 5,7 Prozent und führt zu einer Zahl von schätzungsweise 250.000 Betroffenen. „Mit unter­schiedlichen modernen Therapiemethoden, wie der Plasmatherapie und der Fliegenlarven-therapie, können wir jedoch den Wunden zu Leibe rücken und Amputationen verhindern“, fügt Möller hinzu. In diesem Jahr wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss eine sogenannte „Amputationsnotbremse“ beschlossen. Damit haben amputationsgefährdete Patienten ein Recht auf eine Zweitmeinung bei ausgewiesenen Spezialzentren für das Diabetische Fußsyndrom, wie dem Inter­dis­zi­pli­nären Zentrum DFS am Bürgerhospital.

2005 gründete die Klinik Dia­beto­logie und Ernäh­rungs­me­dizin des Bürger­hospitals das Netzwerk Diabetischer Fuß. Ziel ist es, im Zusammenschluss von Spezialisten die Versorgung von Patienten zu verbessern, Fußläsionen bei Betroffenen zu reduzieren und die Amputationsrate in der Rhein-Main-Region deutlich zu senken. An der Teilnahme interessierte Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Pflegedienste, Ortho­pä­die­tech­niker und -schuhmacher, Podologen treffen sich zu gemeinsamen Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tungen und inter­dis­zi­pli­närem Erfah­rungs­aus­tausch.

Hintergrund

Mit dem Zerti­fi­zie­rungs­ver­fahren überprüft die Deutsche Diabetes Gesell­schaft (DDG) in Kooperation mit der AG Diabetischer Fuß seit 2003 die Qualifikation von Ausstattung und Personal der Behand­lungs­ein­rich­tung sowie die Struktur und den Prozess der Behandler selbst und deren Ergebnisse. Ziel ist es, eine gleichbleibend hohe Qualität der Versorgung flächendeckend und wohnortnah in ganz Deutschland umzusetzen.

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Uhr­­türmchen 1/2022

In dieser Ausgabe lesen Sie:

  • Diabetes: Fokus auf den Fuß, den Menschen im Blick
  • Rheuma, nur eine Seniorenkrankheit? Interview mit Dr. Christoph Rietschel, Leiter der Kinder- und Jugend­rheu­ma­to­logie
  • Hebamme sein an einem der größten Kreißsäle Deutschlands
  • Beatmungs­ent­wöhnung – Interview mit einer Atmungstherapeutin auf der Weaning-Station
  • Neues Ausbildungskonzept für Medizin­ische Fachangestellte
  • Gen-Detektive im Frankfurter Ostend - Zahlen und Fakten rund um das Sencken­berg Zentrum für Humangenetik

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