Hände brauchen Experten - Handchirurgie am Bürger­hospital Frankfurt

Die Hand ist ein empfindliches Wunderwerk. Sie besteht aus 27 Einzelknochen, zahlreichen Sehnen, Bändern, Nerven und Muskeln. Das Zusammenspiel aller Teile ist äußerst komplex, sodass kleine Verletzungen oft große Wirkungen zeigen können. Umso wichtiger ist es, dass Patienten im Fall von Problemen an der Hand schnell einen Handchirurgen aufsuchen. Am Bürger­hospital Frankfurt ist Dr. med. Christian Betz für diese spezielle Fachdisziplin zuständig. Nicht bei jedem Patienten muss er gleich das Skalpell ansetzen, doch oftmals ist eine Operation die letzte Möglichkeit, die Funktion der Hand so gut wie möglich wiederherzustellen.

In der täglichen Arbeit wird Dr. Betz mit vielfältigen Beschwerdebildern der Hände konfrontiert. Die Behandlung von Verletzungen – ob Schnitt-, Quetschwunden, Verbrennungen oder Knochenbrüche – nimmt dabei einen nicht unerheblichen Anteil ein. Beschwerden der Sehnen, Bänder, Gelenke und Blutgefäße haben vielfältige Ursachen. Verschleißerscheinungen wie Arthrose, Nervenläsionen oder rheumatische Gründe müssen ausgeschlossen werden.

Eine gründliche Diagnostik mittels bildgebender Techniken (Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie) ist der erste Schritt vor einer Behandlung. Auch eine neurologische Untersuchung, z. B. Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, hilft bei der genauen Diagnosestellung oft weiter.

Ist eine Operation erforderlich, wird bevorzugt die WALANT-Anästhesie angewendet (aus dem Englischen, übersetzt mit: örtliche Betäubung des wachen Patienten ohne Blutsperre am Oberarm). Der Patient ist wach und bei der Operation jederzeit ansprechbar. Die als unangenehm empfundene Blutsperre, bei der die Blutzirkulation durch Abbinden gedrosselt wird, entfällt. So ist jederzeit eine Funktionsprüfung möglich und der Operateur hat umgehend eine Erfolgskontrolle. Zudem ist diese Methode schonender als eine Vollnarkose. Brüche der Hand werden meist mit der Einbringung von Platten oder Drähten behandelt. Eine anschließende Ruhigstellung durch einen Gipsverband ist meist erforderlich. Hier gilt: Der Behandlungserfolg wird zu 50 Prozent operativ, zu 50 Prozent durch die Nachbehandlung erreicht. Das heißt eine aktive Mitarbeit des Patienten ist unerlässlich.

Auch Schnittwunden mit Nerven- oder Sehnenverletzungen erfordern die Hilfe eines Handchirurgen. Hier werden die verletzten Strukturen mit Nähten versorgt. Schmerzhafte Sehnenbeschwerden, bei denen eine konservative Therapie mit einer Schiene nicht hilft, können ebenfalls häufig durch eine Operation behoben werden. Ähnlich verhält es sich beim Karpaltunnelsyndrom, das durch eine Enge im Karpalkanal (Handgelenksbereich) entsteht. Die Folge sind Schmerzen und Missempfindungen. Versagt hier eine Behandlung mit einer Handgelenksbandage, ist eine Operation ebenfalls angeraten, da sonst Nervenschäden, Muskelschwund und Greifschwäche drohen. Frauen sind übrigens dreimal so häufig vom Karpaltunnelsyndrom betroffen wie Männer.

Auch rheumatische Erkrankungen und Arthrose versorgen die Handchirurgen. Bei Letzterem hat sich u. a. ein Gelenkersatz mit Silikon- oder Oberflächenprothesen bewährt. Auch kann eine Versteifung des Gelenks den Patienten entlasten. Nicht zuletzt sehen die Handchirurgen oftmals Bissverletzungen. Dabei sind Katzen- und Menschenbisse deutlich infektionsgefährdeter als Hundebisse. Auch Wildtierverletzungen durch Füchse kommen vor und müssen versorgt werden. Die häufigste Ursache von Handverletzungen sind jedoch Arbeitsunfälle, dicht gefolgt von Sport- und Freizeitverletzungen.

Durch Operationen können Handchirurgen viel erreichen bis hin zur kompletten Rekonstruktion von Knochen, Sehnen, Nerven und Gefäßen. Es ist jedoch für jeden Betroffenen wichtig zu wissen, dass die volle Funktionalität der Hand nicht immer wiederhergestellt werden kann. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, das Wunderwerk Hand vor Verletzungen möglichst zu schützen.

Marion Weber

 

Weitere Informationen

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

"Sicher beim Feuerwerk" - Kurzinterview mit Handchirurg Dr. med. Christian Betz

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