Chefarztwechsel in der Neonatologie

2001 wurde am Bürgerhospital die Klinik für Neonatologie unter der Leitung von Chefarzt Professor Dr. med. Werner Rettwitz-Volk eröffnet. 15 erfolgreiche Jahre liegen hinter ihm, und zum Ende 2016 geht er in den Ruhestand. Die Weichen für seinen Nachfolger, Professor Dr. med. Steffen Kunzmann aus Würzburg, sind gestellt. Marion Weber nutzte ein Treffen der beiden im Bürgerhospital im September 2016, um sich mit ihnen zu einem Interview zusammenzusetzen.

Herr Professor Rettwitz-Volk, Sie haben die Klinik für Neonatologie vor fast 16 Jahren aufgebaut und gehen nun als erster Chefarzt der Klinik in Rente. Was werden Sie am meisten vermissen?
Rettwitz-Volk: Großartig war der Beginn: Ich saß mit der Geschäftsführung im Admin­istrationszimmer und es wurde nach links gedeutet: „Da kommt die Station hin, in drei Monaten können Sie anfangen.“ Zwar hatte ich früher schon zwei Inten­siv­sta­tionen mit umgebaut, aber ganz neu war etwas Besonderes! Haut wohl alles hin? Wie viele Steckdosen pro Zimmer? Wo kriegen wir Schwestern und Ärzte her? Diese Sorgen hatte ich damals, aber alles klappte. Üblicherweise kommt man in einen laufenden Betrieb rein, hier war das alles anders. Aus diesem „wir-stampfen-das-aus-dem-Boden“ entwickelte sich eine hervorragende Art von Zusammenarbeit und Eingebettetsein, alle wollen das Gleiche – genau das werde ich vermissen! Und natürlich die Kinder. Ich bin Kinderarzt geworden, weil ich mit Kindern zu tun haben wollte! Das Umfeld der Klinik, der Station werde ich vermissen, all das, was einen hier am Denken gehalten hat.

Gibt es etwas, was Sie in Bezug auf Ihre Arbeit ganz besonders gern getan haben oder an das Sie sich besonders gern erinnern?
Der Rückblick insgesamt, die Befriedigung über diese langjährige Tätigkeit in der Neonatologie. Damals, 1981, war diese Fachdisziplin noch nicht so weit, da konnte man noch was aufbauen. Umwälzungen und Neuerungen in einem fort, das gibt es heute zwar auch noch, aber viel langsamer. Die neuen Geräte, die Fülle neuer Entwicklungen zu erleben, an denen man beteiligt war, Sachen, die vorher noch kein Mensch gemacht hat, mit Methoden zu arbeiten, die es noch nicht gab – spannend! Im Laufe des Älterwerdens habe ich mir oft überlegt: Was wir damals alles gemacht haben war schon etwas Besonderes!

Spannend auch: Rettwitz-Volk und Kunzmann nicken sich zu, kommen ins Fachsimpeln über die Anfänge der Neonatologie und den jetzigen Stand: „Da haben wir schon ganz schön was aufgebaut! “ „Das musste man verantworten können, auch wissenschaftlich vertretbar! “ „Auch heute gibt es hier immer noch große Neuerungen und Fortschritte“…

Was denken Sie, Professor Rettwitz-Volk, wie würden Ihre Mitarbeiter Sie als Chef und Mediziner beschreiben?
Liebe Güte – das ist so eine Frage (kleine Pause, nachdenklich). Der Stil unserer Klinik war stets: reden, erklären, warum man dies oder das so macht und nicht anders. Ist oft nicht einfach, je nach Temperament, einer so, einer so, und ich habe ja viele Mitarbeiter mit großer Erfahrung, also auch mit eigener Meinung. Hinterfragen, erklären. Ordentlich begründet muss es sein. „Das haben wir immer so gemacht“ macht mich fuchsig! Eigene Entscheidungen und Begründungen sind gefragt. Diese Art des Umgangs ist meine Arbeitsmethode (lacht). Ich denke und hoffe, dass diese Art geschätzt wird. Das Tun wird in der täglichen Arbeit abgeschliffen, man muss sich deshalb immer wieder hinterfragen, gehört werden, das gilt für Ärzte wie für Schwestern.

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Ruhestand tun?
Was man immer am Neujahrstag tut: ausschlafen! Spaß beiseite, die Frage wurde mir schon öfter gestellt!

Und danach?
Es wird ja erwartet, dass eine originelle Antwort oder eine mit Bedeutung folgt, also etwa ein sich anschließendes Studium, was ich tatsächlich ins Auge gefasst hatte: Geschichte. Ich habe bisher ein Leben geführt, das rückblickend betrachtet einer Linie folgte und ich habe mich hierbei nie beengt gefühlt, ich wollte Kinderarzt werden und das tun, was ich dann auch tun konnte. Ein großes Glück! Ich kann einfach machen, was mir passt, und wenn es nur Löcher in die Luft starren ist (schmunzelt). Ganz viel lesen, mit meiner Frau zusammen reisen, und sie hat sicher auch die ein oder andere Aufgabe für mich …

Gar nicht arbeiten, das können Sie doch gar nicht?
Doch, kann ich! Das lasse ich alles auf mich zukommen.

Die Medizin im Allgemeinen und die Neonatologie im Speziellen sind Berufsfelder, die neben der Freude über eine Genesung auch mit Trauer und menschlichem Leid verbunden sind. Haben Sie Ihre Berufswahl je bereut?
Nein, nie (Seitenblick zu Professor Kunzmann, der zustimmend nickt)! Ich wollte den Kontakt mit Kindern, das habe ich erreicht. Es gab während meines Studiums zwar einige scheinbar attraktive Alternativen, aber es wurde dann doch die Kinderheilkunde. Zweifel? Rückschläge? Ja, klar gab’s die. Belastende Situationen, das Sich-selbst-Hinterfragen, der Umgang mit den Eltern, Probleme … Aber unter’m Strich: Ich würde es genauso wieder machen!

Sie übergeben Ihre Chefarztposition nun an Professor Kunzmann. Gibt es etwas, das Sie ihm mit auf den Weg geben möchten?
Nichts, was er nicht wüsste (lacht in Richtung Kunzmann)! Ein Zitat des italienischen Schrift­stellers Tomasi di Lampedusa fällt mir hierzu ein: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.“ Es wird zu Neuerungen kommen müssen, die äußeren Umstände unterliegen einem fortwährenden Wandel, von medizin­ischem Fortschritt noch gar nicht zu sprechen. Die Heraus­for­de­rungen der Zukunft werden vieles verändern, hierbei muss die Neonatologie des Bürger­hospitals mittun, dann kann dieser Bereich so erfolgreich bleiben. Und darüber hinaus: Mein Nachfolger soll doch nicht meine Art der Medizin weiter betreiben! Die Klinik wird profitieren von Neuerungen und Erweiterungen, die Herr Kunzmann mitbringt.

Der scheidende Chefarzt, Prof. Dr. med. Werner
Rettwitz-Volk

Herr Professor Kunzmann, erzählen Sie uns doch kurz von sich. Wer sind Sie, woher kommen Sie?
Geboren und aufgewachsen bin ich in Bamberg, studiert habe ich in Würzburg und in Basel. An­schließend war ich zwei Jahre in Davos, habe im SIAF (Schweizerisches Institut für Allergie und Asthmaforschung) Lungenforschung betrieben. Meine Facharztausbildung zum Pädiater habe ich in Würzburg gemacht, die Spezialisierung auf Neonatologie, Pneumologie und pädiatrische Intensivmedizin dann in Würzburg und Hamburg. Zudem erwarb ich einen natur­wis­sen­schaft­lichen Doktortitel (PhD) an der Universität Maastricht (Lehrstuhl für experi­mentelle Perinatologie). Zum „Master of Health Business Admin­istration“ (MHBA) kam ich über ein Zusatzstudium am Lehrstuhl für Gesund­heits­ma­na­gement an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.

Aus welchen Gründen haben Sie sich nach Ihrem Studium für die Neonatologie als Fachbereich entschieden?

Viele Antworten von Herrn Rettwitz-Volk kann ich fast wiederholen: Ich wollte unbedingt mit Kindern arbeiten. Die Entwicklung eines Menschen von der Geburt bis ins Erwachsenenalter ist mit das Spannendste, was es in der Natur gibt. Pädiater sind mehr Generalisten/Allrounder als in anderen Fächern. Auch die guten Dozenten während meines Studiums der Pädiatrie haben mich überzeugt. Über meinen Ausbil­dungs­schwer­punkt „Lunge“ kam ich dann zur Neonatologie. Die atemberaubenden Fortschritte hier in den letzten 50 Jahren haben mich überzeugt, das sehr breite Spektrum der Erkrankungen – man kann, man muss vieles selber machen. Und meine Erfahrung ist, dass das Klima in Kinderkliniken oft deutlich angenehmer ist als in anderen Fächern!

Der neue Chefarzt, Prof. Dr. Steffen Kunzmann

Zuvor haben Sie als Oberarzt der Kinderklinik in Würzburg gearbeitet. Was hat Sie zu einem Wechsel an das Bürgerhospital bewogen? In Würzburg habe ich mich beruflich und privat sehr wohl gefühlt. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung hat sich Frankfurt angeboten, zudem hat mich der sehr gute Ruf des Bürger­hospitals überzeugt. Ich treffe hier auf ein Umfeld, in dem ich glaube, dass man sehr gut im Bereich der Neonatologie arbeiten kann: eine sehr große Geburtsklinik mit einem überaus engagierten Geburts­helfer, Chefarzt PD Dr. Bahlmann, erfahrene Teams aller Berufsgruppen in der Frauen­klinik und in der Neonatologie, die eigenständige Kinderchirurgie mit Chefärztin Dr. Grasshoff-Derr, die ich schon aus Würzburg kenne. Dass alle Chefärzte und die schlagkräftige Verwaltung – Herr Heyl und Herr Amberger – Tür an Tür zu finden sind, bedeutet kurze, schnelle Wege. Zudem ist eine sehr gute Allgemein-Pädiatrie mit Chefarzt PD Dr. Latta im Clementine Kinder­hospital vorhanden. Nicht unwesentlich war für mich auch der Stiftungscharakter des Hauses, das bedeutet Offenheit für Veränderungen. Das Umfeld mit dem derzeit wachsenden Neubau mit der dort entstehenden pädiatrischen Intensivmedizin bietet hervorragende Zukunftsaussichten. Die Metropolregion Frankfurt mit hohen Geburtenzahlen, vielen jungen Familien, vielen Kindern lockt mich ebenfalls. Alles passt zudem zu meinem bisherigen Lebensmotto (lacht):„Main flussabwärts! “ (Bamberg - Würzburg - Frankfurt)

Sie sind Professor. An welcher Universität lehren Sie aktuell und zu welchen Themen?
In Würzburg, über meine klinischen Schwerpunkte: Neonatologie, pädiatrische Intensivmedizin, pädiatrische Pneumologie und Allgemeinpädiatrie, zum Beispiel Atemnotsyndrom des Frühgeborenen, Darmerkrankungen bei Frühgeborenen, Hirnblutungen bei Frühgeborenen, Ertrinkungsunfälle, Reanimationen im Kindesalter, Asthma bronchiale, Mukoviszidose, angeborene Fehlbildungen der Atemwege, Kindesmisshandlung. Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Lehre ist der Aufbau eines „Skills lab“ für das Fach Kinderheilkunde: In dieser „Lehrklinik“ werden Studenten an ihre Arbeit in der Klinik herangeführt, hier lernen sie praktische Fertigkeiten wie Intubation, ZVK-Anlage, Pleuradrainagen. Aber auch Gesprächstechniken wie Anamnese, schwierige Gesprächssituationen, Überbringen von schlechten Nachrichten werden thematisiert. Mittlerweile wird diese Lehrklinik interdisziplinär genutzt, sie steht Studenten, aber auch Ärzten, Schwestern, Schwes­tern­schü­le­rinnen und nieder­gelassenen Kollegen offen. Zudem bin ich verantwortlich für die Ausbildung der Schwestern mit Zusatzausbildung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin.

Werden Sie Ihre Professur weiter an der Uni Würzburg ausführen?
Ich plane, nach Frankfurt umzuhabilitieren.

Haben Sie sich bestimmte Ziele für die kommenden drei Jahre Ihrer Chef­arzt­tä­tig­keit gesetzt?
Ziele nicht, aber bestimmte Vorstellungen habe ich: Zusammen mit den erfahrenen Oberärztinnen und -ärzten wird der Ist-Zustand (Level-1; sehr hohes medizin­isches Niveau; sichere Neonatologie) und darauf aufbauend die Weiter­entwicklung der Neonatologie fortgeführt. Der Aufbau der pädiatrischen Intensivmedizin und der Umzug in den Neubau mit moderner, zeitgemäßer Infrastruktur wird uns in absehbarer Zeit fordern. Fami­lien­freund­lich­keit, Entlass- Management und Nach­sor­ge­kon­zepte liegen mir am Herzen. Natürlich ist mein Ziel die gute Pflege der Zusammenarbeit mit den Nachbarfächern (Geburtshilfe, Kinderchirurgie, Allgemeinpädiatrie am Clementine Hospital und mit dem dort angeschlossenen SPZ). Strukturierte Aus- und Fortbildungskonzepte sind mir wichtig. Ebenso darf die Wissen­schaft nicht zu kurz kommen. Öffentlich­keits­arbeit und Marketing stehe ich sehr offen gegenüber. Als „Neuer“ kann ich den „Blick von außen“ anwenden.

Gibt es etwas, das Sie sich von Ihren bisherigen Chefärzten abgeschaut haben und gerne in Ihre Chef­arzt­tä­tig­keit übernehmen möchten?
Ich konnte von jedem lernen, positiv wie auch manchmal negativ. Allen meinen alten Chefs bin ich sehr dankbar, insbesondere das wichtige Thema Lehre und Ausbildung wurde mir ans Herz gelegt.

Gibt es etwas, das Sie auf alle Fälle anders machen möchten als Ihre bisherigen Chefärzte?
Man lernt immer dazu. Anders machen ist zu viel gesagt, auf jeden Fall möchte ich (er denkt kurz nach) mir meine positive Energie bewahren, so arbeiten, dass alle Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, dann hat man schon viel erreicht. Ein Chef ist immer nur so gut wie seine Mitarbeiter. Wenn ich es schaffen könnte, von meinen bisherigen Chefs einiges zu übernehmen, anderes dafür aber abzugeben und noch meine eigene Note dazuzugeben, glaube ich, würde es gut klappen! Mein alter Schweizer Chef in Davos meinte immer, seine Hauptaufgabe sei eigentlich „nur“, seine Mitarbeiter immer wieder neu zu motivieren und bei Laune zu halten. Da ist was dran! Zudem ist mir wichtig, den Eltern Unterstützung zu geben – sie erwarten ein gesundes Kind und werden mit Frühgeburt und möglicher­weise Krankheit konfrontiert.

Wie gestalten Sie in Ihrer neuen Umgebung einen Tag in Ihrer Freizeit? Oder die ersten Urlaubstage?
Ich freue mich darauf, zusammen mit meiner Frau Ausflüge zu machen, Frankfurt und Umgebung zu erkunden. Sicher werden wir auch mal verreisen, aber erst einmal lockt die nähere Umgebung mit Odenwald, Spessart, Rheingau, Rheinhessen…. Wir wollen Theater- und Kaba­rett­vor­stel­lungen besuchen, Sportmöglichkeiten erkunden (Joggen, Mountain-Bike, Schwimmen, Volleyball, Ski- fahren). Auf jeden Fall werde ich mich bemühen, ein gutes Mittelmaß zu finden zwischen Dienst und Freizeit!

Konnten Sie Frankfurt schon kennenlernen? Falls ja, was gefällt Ihnen besonders?
Durch die Wohnungssuche sagen mir schon einige Stadtteile etwas – hier ist es ganz anders als in Würzburg. Das Leben um den Main herum ist sicher spannend, das Mainufer muss ich näher kennenlernen. Die Mischung aus moderner, inter­nationaler Metropole und hessischer „Kleinstadt“ lässt Frankfurt sehr charmant und spannend erscheinen. Meine Frau und ich werden noch vieles entdecken und ich hoffe auch auf den einen oder anderen Tipp der Mitarbeiter.

Marion Weber

Weiterführende Informationen

Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin

Pressemitteilung: Chefarztwechsel bei den Kleinsten

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Was denken Sie, Professor Rettwitz-Volk, wie würden Ihre Mitarbeiter Sie als Chef und Mediziner beschreiben?
Liebe Güte – das ist so eine Frage (kleine Pause, nachdenklich). Der Stil unserer Klinik war stets: reden, erklären, warum man dies oder das so macht und nicht anders. Ist oft nicht einfach, je nach Temperament, einer so, einer so, und ich habe ja viele Mitarbeiter mit großer Erfahrung, also auch mit eigener Meinung. Hinterfragen, erklären. Ordentlich begründet muss es sein. „Das haben wir immer so gemacht“ macht mich fuchsig! Eigene Entscheidungen und Begründungen sind gefragt. Diese Art des Umgangs ist meine Arbeitsmethode (lacht). Ich denke und hoffe, dass diese Art geschätzt wird. Das Tun wird in der täglichen Arbeit abgeschliffen, man muss sich deshalb immer wieder hinterfragen, gehört werden, das gilt für Ärzte wie für Schwestern.

Was werden Sie an Ihrem ersten Tag im Ruhestand tun?
Was man immer am Neujahrstag tut: ausschlafen! Spaß beiseite, die Frage wurde mir schon öfter gestellt!

Und danach?
Es wird ja erwartet, dass eine originelle Antwort oder eine mit Bedeutung folgt, also etwa ein sich anschließendes Studium, was ich tatsächlich ins Auge gefasst hatte: Geschichte. Ich habe bisher ein Leben geführt, das rückblickend betrachtet einer Linie folgte und ich habe mich hierbei nie beengt gefühlt, ich wollte Kinderarzt werden und das tun, was ich dann auch tun konnte. Ein großes Glück! Ich kann einfach machen, was mir passt, und wenn es nur Löcher in die Luft starren ist (schmunzelt). Ganz viel lesen, mit meiner Frau zusammen reisen, und sie hat sicher auch die ein oder andere Aufgabe für mich …

Gar nicht arbeiten, das können Sie doch gar nicht?
Doch, kann ich! Das lasse ich alles auf mich zukommen.

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Nein, nie (Seitenblick zu Professor Kunzmann, der zustimmend nickt)! Ich wollte den Kontakt mit Kindern, das habe ich erreicht. Es gab während meines Studiums zwar einige scheinbar attraktive Alternativen, aber es wurde dann doch die Kinderheilkunde. Zweifel? Rückschläge? Ja, klar gab’s die. Belastende Situationen, das Sich-selbst-Hinterfragen, der Umgang mit den Eltern, Probleme … Aber unter’m Strich: Ich würde es genauso wieder machen!

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Nichts, was er nicht wüsste (lacht in Richtung Kunzmann)! Ein Zitat des italienischen Schrift­stellers Tomasi di Lampedusa fällt mir hierzu ein: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.“ Es wird zu Neuerungen kommen müssen, die äußeren Umstände unterliegen einem fortwährenden Wandel, von medizin­ischem Fortschritt noch gar nicht zu sprechen. Die Heraus­for­de­rungen der Zukunft werden vieles verändern, hierbei muss die Neonatologie des Bürger­hospitals mittun, dann kann dieser Bereich so erfolgreich bleiben. Und darüber hinaus: Mein Nachfolger soll doch nicht meine Art der Medizin weiter betreiben! Die Klinik wird profitieren von Neuerungen und Erweiterungen, die Herr Kunzmann mitbringt.

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Ich konnte von jedem lernen, positiv wie auch manchmal negativ. Allen meinen alten Chefs bin ich sehr dankbar, insbesondere das wichtige Thema Lehre und Ausbildung wurde mir ans Herz gelegt.

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Marion Weber

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In dieser Ausgabe lesen Sie:

  • Diabetes: Fokus auf den Fuß, den Menschen im Blick
  • Rheuma, nur eine Seniorenkrankheit? Interview mit Dr. Christoph Rietschel, Leiter der Kinder- und Jugend­rheu­ma­to­logie
  • Hebamme sein an einem der größten Kreißsäle Deutschlands
  • Beatmungs­ent­wöhnung – Interview mit einer Atmungstherapeutin auf der Weaning-Station
  • Neues Ausbildungskonzept für Medizin­ische Fachangestellte
  • Gen-Detektive im Frankfurter Ostend - Zahlen und Fakten rund um das Sencken­berg Zentrum für Humangenetik

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