Mit Ultraschall gegen Schilddrüsenknoten

Die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenknoten stand im Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums der Klinik für Endokrine Chirurgie am Bürger­hospital Frankfurt. Dieses fand am vergangenen Samstag statt. Über 70 Mediziner waren nach Frankfurt gekommen, um sich über Bekanntes, Bewährtes und Neues auf diesem Gebiet auszutauschen. Chefarzt Dr. med. Christian Vorländer stellte in seinem Vortrag zu lokal ablativen Behandlungsverfahren den Hochintensiven Fokussierten Ultraschall vor. Diesen hatte das Bürger­hospital im vergangenen Jahr für bestimmte gutartige Schilddrüsenknoten in sein Behandlungsspektrum aufgenommen und gleichzeitig eine Studie initiiert.

Der Hochintensive Fokussierte Ultraschall wird bereits seit circa 20 Jahren in der Behandlung von gutartigen Geschwülsten der Gebärmutter sowie von Brust- und Prostatakrebs eingesetzt. Seit einigen Jahren ist er auch zur Behandlung von Schilddrüsenknoten zugelassen. Im Rahmen einer gemeinsamen Studie mit den Universitätskliniken Freiburg und Gießen-Marburg hatte das Bürger­hospital das neue Behandlungsverfahren 2016 eingeführt.

„Tatsächlich wird der Hochintensive Fokussierte Ultraschall schon seit ein paar Jahren an ein paar Krankenhäusern auch bei Schilddrüsenknoten eingesetzt. Was jedoch bisher fehlt ist eine klinische Studie, die Auskunft über den Behandlungserfolg, Vorteile aber auch Nachteile gibt. So wissen wir aufgrund wissenschaftlicher Daten, dass bei einer Operation das Risiko, dass der Stimmbandnerv verletzt wird, bei lediglich 0,5 Prozent liegt. Wie sich dies bei einer Behandlung mit dem Hochintensiven Fokussierten Ultraschall verhält, wollen wir nun anhand der gemeinsamen Studie herausfinden“, erläutert Dr. Vorländer. Erste Ergebnisse der Studie erwartet er im Herbst dieses Jahres.  

Im Gegensatz zur Operation ist bei der Behandlung mit dem Hochintensiven Fokussierten Ultraschalls ein Schnitt nicht erforderlich. Die Ultraschallwellen werden wie unter einer Lupe gebündelt und durch die Haut auf den zu behandelnden Knoten gerichtet. Der Knoten erwärmt sich daraufhin so stark, dass die Zellen zerstört und später durch den Körper selbst abgebaut werden. Der Ultraschallkopf enthält gleichzeitig ein bildgebendes System, so dass Dr. Vorländer und sein Ärzteteam das betroffene Gewebe vor und während der Behandlung genau ausmessen und sehen können. Durchgeführt wird die Behandlung unter einer schonenden Kurzanästhesie. „Dadurch wollen wir verhindern, dass der Patient sich im entscheidenden Moment bewegt und der Ultraschall dann eventuell den falschen Bereich trifft“, so Dr. Vorländer.  

Doch nicht für jede Art von Knoten ist der Hochintensive Fokussierte Ultraschall geeignet. „Wir behandeln ausschließlich gutartige Knoten mit diesem Verfahren. Besteht der Verdacht eines bösartigen Tumors ist eine Operation unumgänglich.  Ein weiteres Ausschlusskriterium stellt u.a. die Lage des Knotens dar. Befindet er sich zu nah am Stimmbandnerv, sehen wir ebenfalls von einer Beschallung ab. Die Hitze könnte den Nerv beschädigen. Wir entscheiden daher sehr individuell, welche Behandlungsmethode im Einzelfall am besten geeignet ist“, erklärt der Schilddrüsenspezialist.  

 

(Foto: Theraclion)

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Kristin Brunner
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