Eine Kutschfahrt, die ist (nicht immer) lustig

Die Dr. Senckenbergische Stiftung, Trägerin des Bürger­hospitals, setzt ihre Online-Reihe „Geschichten aus der Kutsche“ fort. Bereits 2016 hatte sie das Projekt gestartet, in dem die Tagebucheinträge des Stifters Dr. Johann Christian Senckenberg zu unterhaltsamen Geschichten zusammengefasst werden. Ging es in den ersten zehn Episoden u. a. um die Schlechtigkeit der Ratsherren, erfährt der Leser nun mehr über Senckenbergs Erlebnissen mit Liebe, Aderlass und schmierigen Schnecken. Zu lesen sind die Anekdoten auf der Internetseite der Stiftung www.senckenbergische-stiftung.de. Jeden Monat kommen zwei neue Auszüge aus der Gedankenwelt Senckenbergs hinzu.

Am 17.4.1730 hatte der junge Johann Christian Senckenberg den Leipziger Postwagen am Darmstädter Hof auf der Zeil zur Reise nach Halle bestiegen - eine Reise voller Beschwernisse, allerlei Abenteuer und interessanten Reisegefährten. Elf Tage war er unterwegs auf der Route, die ihn über Friedberg, Hungen, Grünberg, Alsfeld, Hirschfeld (das heutige Bad Hersfeld), Eisenach, Gotha, Erfurt, Jena, Naumburg, Merseburg, Leipzig und schließlich am 27.4. nach Halle brachte. Er wurde kräftig durchgeschüttelt, war mehrmals vom Regen durchnässt, mit angetrunkenen Studenten konfrontiert und musste immer wieder auf frische Pferde oder eine Anschlusskutsche warten. Ganz am Ende ließ er noch die Formalitäten für den Grenzübertritt in die preußische Grenzstadt Halle über sich ergehen. Dann hatte er endlich sein Ziel, eine der bedeutendsten Universitäten im damaligen Europa, erreicht.

Seine damaligen Gedanken und Erlebnisse vertraute er seinem Tagebuch an. Wenngleich dieser besondere Schatz bisher als unlesbar galt. Doch hat sich dies in den letzten Jahren geändert. Wissenschaftlerinnen der Johann Christian Senckenberg-Bibliothek der Goethe-Universität konnten das Rätsel lösen und eine ganze Reihe von Bänden ‚entziffern‘. So auch Senckenbergs Erzählungen von seiner Reise mit der Postkutsche. Nach den Beiträgen über seine ersten Stationen vom Besuch beim Bruder in Eisenach, über die besondere Flora bei Grünberg bis hin zum verdorbenen Magen einiger Eisenacher Kaufleute, die in Frankfurt zu tief ins Weinglas geschaut hatten, wird die Reise jetzt in fester Folge mit zwei Geschichten monatlich fortgesetzt.

Zuerst macht der Leser die Bekanntschaft eines Schweizer Gastwirts, der gar absonderliche Heilungsrituale hat. In den nächsten Wochen lernt er dann den reifen und welterfahrenen Major Comardin kennen, der den jungen Senckenberg mit Geschichten aus seinem Erfahrungsschatz, vom Aderlass bis hin zu den unkeuschen Ausschweifungen beim Carneval in Venedig zu beeindrucken weiß. Es gibt viel zu erzählen von der Kutschfahrt und es wurde viel erzählt während der Kutschfahrt – die Geschichte einer Reise in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erzählt von einem der dabei war.

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